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Kündigung nach Schadenfall in der KFZ Versicherung

Ein Schadensfall in der Autoversicherung ist für alle beteiligten Seiten unangenehm und hat Folgen beim Versicherungsschutz. Wird der Schaden durch die eigene KFZ Versicherung reguliert, muss der Versicherte mit einer Hochstufung seiner Schadenfreiheitsklasse rechnen, was zu höheren Beiträgen im nächsten Jahr führen kann.

Die Versicherung wird ihrerseits den Schadenshergang genau überprüfen, um festzustellen, ob sie gemäß Vertrag tatsächlich für den Schaden aufkommen muss. Stellt sich hierbei heraus, dass der Schaden mit grober Fahrlässigkeit herbeigeführt wurde oder einen extrem hohen Schadenersatz verlangt, kann die Versicherung den Vertrag kündigen.

Dies kommt in der Praxis nicht häufig vor, dennoch sollten Versicherte vorbereitet sein!

Das Kündigungsrecht bei der Autoversicherung im Schadensfall

Bei fast allen KFZ Versicherungen ist es vertraglich so geregelt, dass ein Schadensfall mit Leistungserbringung durch den Versicherer ein Sonderkündigungsrecht für beide Seiten auslöst. Innerhalb von vier Wochen haben sowohl der Versicherte als auch die Versicherung die Möglichkeit, den bestehenden Vertrag im laufenden Versicherungsjahr zu kündigen.

Der vorliegende Schadenfall ist hiervon natürlich nicht betroffen, die Versicherung wird in jedem Fall für Personen-, Sach- und Vermögensschäden gemäß Vertrag aufkommen. Allerdings können sich bei der Schadensabwicklung Probleme ergeben, die den Autoversicherer dazu bewegen, den bestehenden Vertrag innerhalb der vierwöchigen Frist zu kündigen.

Was sind die häufigsten Gründe einer Kündigung im Schadensfall?

Meist ist eine Autoversicherung nicht mehr bereit, den bestehenden Versicherungsschutz fortzusetzen, wenn die zu zahlenden Schäden hohe Summen im sechs- oder siebenstelligen Bereich erreichen. Dies ist in der Praxis glücklicherweise nur selten der Fall, der durchschnittliche Schadenswert umfasst nur einige Hundert bis zu wenigen Tausend Euro.

Auch aus sachlichen Gründen kann die Kündigung erfolgen, beispielsweise wenn die Herbeiführung des Schadens unter extrem grober Fahrlässigkeit stattfand. Auch dies ist im täglichen Versicherungsgeschäft eher unüblich, ein gewissenhafter Autofahrer mit einem normalen Schadenshergang wird sich also nicht sofort Sorgen um eine Fortführung des Vertrags machen müssen.

Welche Folgen hat die Sonderkündigung?

In erster Linie muss sich der Versicherte zeitnah um einen neuen Versicherungsschutz kümmern, was sich als schwierig herausstellen kann. Die Kündigung durch einen Versicherer wird zentral vermerkt, der potenziell neue Autoversicherer wird deshalb Nachfragen haben und etwas kritischer auf den Abschluss eines Neuvertrags blicken.

Aufgrund des Kontrahierungszwangs in der KFZ-Haftpflichtversicherung wird eine neue Versicherung zwar erhältlich sein, diese jedoch vielleicht nur mit eingeschränkten Leistungen und ohne Kaskoschutz. Außerdem sollte für eine problemlose Übermittlung der Schadenfreiheitsklassen kein Beitragsrückstand beim alten Versicherer bestehen, selbst wenn sich beide Seiten nach einem Schaden im Streit voneinander trennen sollten.

Die Kündigung im Schadensfall – auch eine Chance für den Versicherten

Bislang wurde die Vertragskündigung im Schadensfall als problematisch dargestellt, dabei bietet sie für jeden wechselwilligen Versicherungsnehmer eine attraktive Chance.

Da das Sonderkündigungsrecht für beide Seiten gilt, ist die Möglichkeit gegeben, den Vertrag selbst zu kündigen und im laufenden Jahr zu einer anderen Versicherung zu wechseln. Häufig wird so verfahren, wenn sich der Versicherte über einen unzureichenden Service seiner Versicherung geärgert hat oder es Streit über die Schadensregulierung gab.

Doch auch ohne solche Misstöne lohnt es sich, bei einem Tarifvergleich eine bessere Autoversicherung zu ermitteln und den eingetretenen Schadensfall als Wechselchance zu begreifen!